Eustress

Eustress kann uns dabei helfen, in einen Arbeitsflow zu gelangen. Das birgt jedoch auch Risiken in sich. Erfahre in diesem Beitrag, wie du Eustress richtig für dich nutzen kannst.

Naomi
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Eustress – positiven Stress für sich nutzen zu können, ist keine leichte Aufgabe. Erfahre jetzt, wie man negativen Stress vermeidet und positiven Stress fördert.

Stress kann uns lähmen – egal ob wir für eine Prüfung lernen oder eine Präsentation für die Arbeit vorbereiten müssen. Manchmal sind genau dann Kleinigkeiten interessanter und wir schieben Aufgaben immer weiter auf.

Gleichzeitig kennen wir aber auch das Gefühl, wenn wir uns von nichts ablenken lassen und ganz unserer Arbeit hingeben. Dabei sind wir hoch konzentriert, die Zeit vergeht wie im Flug und wir fühlen uns zu allem in der Lage.

Hier ist die Rede von zwei unterschiedlichen Stressarten: Eustress und Distress.

In diesem Artikel geht es um diese Stressarten, ihre Definitionen sowie Auswirkungen und welche Gefahren oder Risiken sie mit sich bringen.

Eustress - Was ist das?

Unter Eustress versteht man insbesondere den Stress, der uns antreibt. Der Eustress fördert unsere Motivation, unsere Leistungsfähigkeit und den Mut, sich neuen Herausforderungen zu stellen.

Positiver Stress ist dann wichtig, wenn wir zum Beispiel vor einer Prüfung stehen. Solche leistungsfördernden Ereignisse nehmen wir somit besonders intensiv wahr und können uns besser konzentrieren.

Das Empfinden von Eustress lässt sich am besten mit dem Gefühl vergleichen, das vor großen Ereignissen aufkommt, wie zum Beispiel Hochzeiten, Bühnenauftritten oder großen Glücksmomenten.

Eustress – Wer kann ihn nutzen?

Student*innen und Arbeitnehmer*innen können von Eustress profitieren. Die Klausurenphase ist für viele Student*innen eine enorme Belastung: der Leistungsdruck ist hoch und manchmal weiß man einfach nicht, wo man anfangen soll. Man verfällt man schnell in den negativen Stress. Auch in einem Angestelltenverhältnis sind die Anforderungen hoch. In Zeiten, in denen der Abschluss eines großen Projektes ansteht, fallen besonders viele Aufgaben an. Auch hier kann die Fülle der To-Do’s uns überfordern.

Hier knüpft Eustress an. Wir sind hochkonzentriert, wissen genau was zu tun ist und haben das Gefühl, alles schaffen zu können.

Positiver Stress wird aber auch von Künstler*innen und Sportler*innen genutzt. Das Läuferhoch oder auch der Schreibfluss bei Autor*innen ist hierfür ein perfektes Beispiel für positiven Stress.

Eustress - Auswirkungen

Positiver Stress kann uns, wenn wir ihn nutzen, in einen Zustand des Arbeitsflows versetzen. In diesem Flow sind wir besonders produktiv und geben uns den Herausforderungen hin. Währenddessen sind wir in einem extremen Konzentrationszustand und lassen uns nicht von Kleinigkeiten ablenken.

Eustress kann also

produktivität- und leistungssteigernd sein.

Arbeitsweisen effizienter gestalten.

Erfolgs- und Glücksgefühle vermitteln.

helfen, körperliche Anstrengungen zu meistern.

Eustress und Distress – Unterschiede

Distress hingegen ist negativer Stress. Dabei wird unsere Produktivität sowie Leistungsfähigkeit blockiert und stark verringert. Distress kann in einzelnen Fällen, je nach den genutzten Stressbewältigungsmechanismen, zu mentalen sowie physischen Schwierigkeiten führen.

Die Unterschiede zwischen den Stressarten sind sehr individuell. Ab wann Stress für uns negativ wird, hängt ganz davon ab, wie wir damit umgehen. Stressabbau im Alltag ist daher besonders wichtig.

Im Gegensatz zu Distress ist Eustress nur von kurzer Dauer und kann schnell wieder abklingen. Die Grenze zwischen Eustress und Distress ist sehr fließend. Dadurch besteht die Gefahr, aus dem ‚Flow‘, in den uns der positive Stress hineinversetzt, in eine Angst- oder negative Stresssituation zu rutschen.

Distress – Auslöser

Negativer Stress kann durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden, sogenannte Stressoren. Diese können uns sowohl von innen als auch von außen beeinflussen.

Zu den inneren Stressoren gehören unter anderem eigene Ansprüche an unsere Leistung, die Umsetzbarkeit von Zielen, die Belastbarkeit und auch der Umgang mit Perfektionismus.

Äußere Stressoren teilen sich wiederum in soziale und allgemeine Stressfaktoren. Grundsätzlich empfinden wir diese Art des Stresses als unangenehm, weil wir keinen direkten Einfluss darauf nehmen können.

Allgemein kann bereits ungewolltes Warten, wie zum Beispiel im Berufsverkehr und der damit verbundene Stau eine negative Stresssituation auslösen. Andere Beispiele hierfür wären auch unser Umgang mit Langeweile oder Lärm.

Soziale Stressoren sind Mobbing, vom eigenen Umfeld gestellter Leistungsdruck oder auch Streitigkeiten mit engen Freunden oder Familie.

Von Eustress zu Distress – Gefahren und Risiken

Eustress hat also positive Auswirkungen auf unsere Leistung. Jedoch läuft man jederzeit Gefahr, aus diesem positiven Stress auch in ein negatives Erlebnis zu rutschen.

Dies kann besonders schnell passieren, wenn wir uns der tatsächlichen Arbeitslast nicht bewusst sind und das Endergebnis nicht dem entspricht, was wir uns vorgestellt haben. Oder man nimmt mehr Arbeit auf sich, als man bewältigen kann. In solchen Situationen bewegt man sich an der Grenze von Eustress und Distress.

Um Distress zu vermeiden und den Eustress effizient für sich nutzen zu können, gibt es Mechanismen, die man stets vor Augen haben sollte:

Jede Entscheidung sollte bewusst getroffen werden

Dadurch wirkt man beispielsweise der Aufnahme von zusätzlichen Aufgaben entgegen, die die Arbeitslast sprengen würden.

Pausen machen

Pausen sind besonders wichtig, wenn man sich in einer produktiven Phase befindet. Dadurch gibt man sich die Möglichkeit, durchzuschnaufen und das bereits erledigte zu reflektieren.

Ein Ziel definieren

Mit einem Ziel, auf das man hinarbeiten kann, fällt es vielen leichter, über einen längeren Zeitraum produktiv zu bleiben.

Fehler zulassen

Irren ist menschlich. Das Fixieren auf fehlerfreies und perfektes Arbeiten kann die Produktivität stören und senken und dadurch schnell in negativen Stress münden.

Gute und offene Kommunikation

Besonders in großen Teams ist die Kommunikation das A und O. Hierdurch behält man den Überblick, über seine eigenen To-Do’s und kann offene Fragen schnell und einfach klären.

Eustress – der Weg in den Flow

Wenn sich Stress bereits in Distress entwickelt hat, wirkt es oft so, als gäbe es keinen Ausweg mehr. Hier besteht das Risiko, sich in einer Abwärtsspirale wiederzufinden. Das wahrscheinlich wichtigste zu diesem Zeitpunkt ist: keine Panik!

Um Distress in Eustress zu verwandeln, kann man mehrere Dinge tun:

Visualisierung und Priorisierung

Eine To-Do-Liste kann bereits vieles bewirken. Wenn sie zusätzlich auch noch priorisiert wird, ist sie Gold wert: Man erkennt damit sofort die wichtigsten Aufgaben, mit der höchsten Dringlichkeit. Stück für Stück wird die Liste dann kleiner – und das sogar sichtbar.

Zusätzlich kann man am Ende des Tages alles aufschreiben, was man geschafft hat – dabei ist es egal, ob das vielleicht nur „Geschirr abgewaschen“ ist.

Positivität und Analyse

„Immer positiv denken“: ein Satz, den wir alle kennen. Eigentlich empfinden wir diesen Satz in den meisten Stresssituationen als nicht hilfreich, aber trotzdem ist er als Grundsatz sehr effizient. Mit einer positiven Einstellung treten wir Distress ganz anders gegenüber und können besser mit ihm umgehen. Wenn man es schafft, kurz durchzuatmen, die ganze Situation zu analysieren und die Frage, was man daraus lernen kann oder was die Ursache des Stresses ist, zu beantworten, erscheint er gar nicht mehr so schlimm.

Digital Detox

Viele Stresssituationen werden von der ungeschriebenen Erwartung, ständig erreichbar sein zu müssen, gefördert. Das Vibrieren des Handys oder der Signalton einer Mail kann uns in unserer Konzentration stören und uns in den Zustand des Distress versetzen. Um negativem Stress entgegenzuwirken und bereits im Vorfeld zu vermeiden, hilft es, Benachrichtigungen oder das Handy auszuschalten. Somit haben wir mehr Konzentration und Kraft für unsere To-Do’s.

Eustress – Fazit

Wir müssen also nicht darauf warten, dass Eustress uns in einen Arbeitsflow versetzt, sondern können selbst aktiv etwas dafür tun, effizienter und produktiver zu arbeiten. Ablenkungen und Distress zu vermeiden, ist keine leichte Aufgabe, aber bereits mit diesen wenigen Tipps, können Situationen und Herausforderungen mit einer besseren Grundeinstellung angegangen werden und sind somit leichter zu meistern.

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